Klaus Kosacks Bonner Wetterhistorie

Wieder ein zu milder Winter und der Sommer erneut zu trocken?

Um Fragen wie diese dreht es sich in Zeiten des Klimawandels immer wieder.

Daher freuen wir uns außerordentlich, Ihnen ab Juni 2020 einen Blick in die jüngere Bonner Wetterhistorie präsentieren zu können.

Die in den Monatsrückschauen aufgeführten Daten stammen von Klaus Kosack, einem regional bekannten Diplom-Geographen und ehemaligen Chef-Statistiker der Stadt Bonn. Für seine Erhebungen greift Klaus Kosack auf die aktuellen Daten der Wetterstation Bonn- Endenich der Uni Bonn und Daten aus seiner Wetterhistorie zurück.

Sonnenreicher und milder Bonner Dezember 2022

Der grade abgelaufene Dezember war mild und sonnenreich. Dieses Fazit zieht der ehemalige Chefstatistiker der Stadt, Klaus Kosack am Ende des Monats. Dabei greift er auf die aktuellen Daten der Wetterstation Bonn- Endenich der Uni Bonn und Daten aus seiner Wetterhistorie zurück.

Temperatur: Der grade abgelaufene Dezember 2022 wies eine Durchschnittstemperatur von 4,2 Grad Celsius auf und war damit um 0,8 Grad Celsius zu warm. Damit belegt der Dezember 2022 den Platz 50 in den Bonner Wetterannalen seit 1895 und reihte sich zwischen den Dezembermonaten 1907 (4,1 °C) und 1997 (4,3 °C) ein. Der Dezember war der zwölfte zu warme Monat in diesem Jahr. Der wärmste Dezember war bisher im Jahre 2015 mit 9,4 Grad Celsius, der kühlste Dezember war der im Jahre 1933 mit minus 1,8 Grad Celsius. Am 31. Dezember kletterte die Quecksilbersäule auf maximal 17,3 Grad Celsius. Das war die höchste Silvester-Temperatur seit 1895. Bereits am 16. Dezember wurde mit minus 10,6 °C die niedrigste Temperatur des ganzen Jahres gemessen. Insgesamt dreigeteilt war der Dezember: einer milden ersten Dekade folgte eine kalte zweite Dekade gefolgt von fast frühlingshaften letzten Dezembertagen, die für Silvester einen neuen Temperatur-Rekord in 128 Jahren bescherten. Es gab 11 Frosttage und 5 Eistage.

Sonne: Das eher unruhige Dezemberwetter mit dem Durchzug vieler Tiefdrucksysteme ließen der Sonne durchaus Chancen: Insgesamt schien sie 60 Stunden, 14 Stunden mehr als im langjährigen Mittel. Hinsichtlich der Sonnenausbeute reiht sich der diesjährige Dezember zwischen den Jahren 1996 und 2019 auf Platz 12 ein. An vier Tagen schien sie länger als sechs Stunden; an acht Tagen dagegen überhaupt nicht.

Niederschlag: Hinsichtlich der Niederschläge war der Dezember eher nass. An 17 Tagen regnete es insgesamt 54,8 mm. Das ist Platz 64 in den 175-jährigen Aufzeichnungen der Stadt. Die meisten Niederschläge gab es am 23. mit 15,3 Litern pro Quadratmeter; insgesamt gab es zwei Starkregentage. Zuletzt gab es im Dezember 2020 mehr Regentage. Die vielen Niederschläge bewirkten am Rhein mit 5,10 m Pegelstand am 18. den dritthöchsten Jahreswert.

Wind: Sturmböen von 75 Kilometern pro Stunde oder mehr traten im Dezember nicht auf. Die größte Bö konnte am 29. mit 32,4 km/h gemessen werden.

 

 

Inhaltlich verantwortlich: Klaus Kosack, Annaberger Str. 212, 53175 Bonn